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nach Florence Scott

 

 

   
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Trainingsprogramm

Das Programm, das auf der Basis der Ergebnisse der Untersuchung zusammengestellt wurde, setzt an der untersten Ebene des Gehirns an, in der Funktionen eingeschränkt oder noch nicht vorhanden sind. Denn auch im Rahmen des Übungsprogramms verläuft die Entwicklung von der niedrigsten zur höchsten Stufe. Da diese Stufen aufeinander aufbauen, wird zunächst die unterste Stufe, in der Auffälligkeiten feststellbar sind, behandelt, damit diese eine gute Basis für die darauf aufbauenden Ebenen bildet.
Das Übungsprogramm muss möglichst täglich zuhause durchgeführt werden. Dies ist für den Erfolg sehr wichtig, damit der Vernetzungsprozess kontinuierlich voranschreiten kann.

Um Ihnen eine Vorstellung von den Übungen des Programms zu geben, sind nachfolgend einige der Übungen aufgeführt. Es handelt sich dabei jedoch nur um eine Auswahl.

 
 

Bewegungsmuster
  • Nachvollziehen natürlicher Fortbewegungsmuster (z.B. Robben oder Krabbeln)
  • Reflexmusterbewegungen / „Pattern“:
    (s. Abbildung links)

Für jedes Entwicklungsstadium gibt es spezifische Reflexmusterbewegungen, die das Kind in seiner Entwicklung unterstützen. Diese werden im Übungsprogramm als Bewegungsmuster wie eine Art Gymnastik durchgeführt.

  • Gleichgewichtsstimulation:

fördert nicht nur den Gleichgewichtssinn, sondern unterstützt auch die Verbesserung der Konvergenz der Augen, der Koordination von Bewegungen und des taktgerechten Hörens und Sprechens.

  • Sensorische Stimulation:

zur Verbesserung der Wahrnehmung taktiler Reize

  • Dominanzprogramm:

zur Unterstützung der Ausbildung einer dominanten Gehirnhälfte. Dadurch wird das Lernvermögen verbessert, Stottern oder Spiegelung von Buchstaben (z.B. b zu d) treten nicht mehr auf.


Das Trainingsprogramm kann in kleine Einheiten, die über den ganzen Tag verteilt werden können, aufgeteilt werden. Es kann aber auch am Stück gemacht werden. Die Übungen dauern insgesamt je nach persönlichen Möglichkeiten zwischen 15 und 45 Minuten. Dies wird mit Ihnen abgestimmt.

Wirkung der natürlichen Bewegungsmuster am Beispiel des Krabbelns

Krabbelt ein Kind, so regt es die gesamte mittlere Hirnregion an. Das heißt es trainiert nicht nur Motorik und Gleichgewicht, sondern verbessert gleichzeitig u.a. folgende Gehirnfunktionen:

  • den Bereich des Thalamus, der unser „Tor zum Bewusstsein“ ist. Er hat u.a. die Funktion eines Filters und überprüft daher die eingehenden Reize, ob sie wichtig genug sind, um an das Großhirn weitergeleitet zu werden.
    Bei einer Fehlfunktion kommt es entweder zu einer erhöhten Ablenkbarkeit oder einer verminderten Aufmerksamkeit.
  • den Bereich des Hypothalamus, der zuständig ist für die Hormonregulation und eine entscheidende Rolle bei Schlaf, Verdauung, Blutdruck, Temperaturregulation, Durst- und Hungergefühl spielt.
  • den Bereich des limbischen Systems, das v.a. unsere Gefühle steuert und auch an unserer Gedächtnisfunktion beteiligt ist. Fehlfunktionen führen z.B. zu unkontrollierten Wutausbrüchen.
  • die vertikalen Augenbewegungen. Bei Einschränkungen kann es z.B. zu Schwierigkeiten beim Lesen kommen.
  • den Bereich des Balkens (Corpus Callosum), der unsere beiden Großhirnhälften verbindet und für den Informationsaustausch zwischen beiden Hälften sorgt.

Darüber hinaus ist es gelungen, im Labor Nervenzellen zu vermehren. Deshalb erscheint es heute entgegen früherer Ansichten sogar möglich, dass nicht nur vorhandene Nervenzellen aktiviert, sondern auch neue Nervenzellen gebildet werden können.


 
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